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25. Qualitätswerkstatt im Nachsorgeprojekt Chance

19. Sep. 2017
Das Nachsorgeprojekt Chance besteht bereits seit 2005. Die “Kooperationsvereinbarung über die Integration von Strafgefangenen” wurde 2017 abgeschlossen. Die gut besuchte 25. Qualitätswerkstatt hatte zum Ziel, die Auswirkungen dieser Kooperationsvereinbarung auf das Nachsorgeprojekt zu überprüfen. Oliver Kaiser stellte zunächst die Entwicklung der Fallzahlen im vergangenen Jahr vor. Entgegen den Erwartungen sind diese bisher nicht angestiegen. Dann stellte Horst Belz die Vorgehensweisen bei beiden Projekten gegenüber. In Diskussionsrunden wurde erörtert, welche Auswirkungen die Kooperationsvereinbarung in der Praxis bisher hatte. Die sind vor allem in der guten Kooperation mit den Arbeitsagenturen spürbar. Auch die Benennung der Ansprechpartner in den mitwirkenden Organisationen wird als hilfreich erlebt. Die Notwendigkeit einer guten Vernetzung der Ansprechpartner wurde betont.

Am Nachmittag stellte Lilith Cattaneo, Soziologin, Kriminologin und ehrenamtliche Mitarbeiterin bei Amnesty International, Aufenthaltsstatus und Unterstützungsangebote für Asylbewerber, Flüchtlinge und Geduldete vor. Fragestellung in der anschließenden Diskussion war, ob dieser Personenkreis trotz fehlender Perspektive und Verständigungsschwierigkeiten in das Nachsorgeprojekt aufgenommen werden soll. Eine Abfrage bei den anwesenden 40 Praktikern aus Strafvollzug und justiznahen Vereinen ergab, dass alle mit diesem Personenkreis zu tun haben. Auch Geduldete bleiben oft jahrelang in Deutschland und brauchen Hilfe. Ohne Unterkunft und Einkommen ist erneute Straffälligkeit vorprogrammiert. Deshalb votierte die Versammlung stark für eine Aufnahme dieses Personenkreises ins Nachsorgeprojekt.

Lilith Cattaneo, Referentin


    Teilnehmende diskutieren die Auswirkungen der Kooperationsvereinbarung auf das Nachsorgeprojekt